Vorwort

Eine Gesellschaft im Wandel braucht eine sich öff nende Schule, die auf die vielfältigen Veränderungen außerhalb der Schule angemessen reagiert und den Schüler/-innen Chancen bietet, lebensnah und praxisbezogen den gesellschaftlichen Wandel zu verstehen und mit zu gestalten.
Kooperationen von Schulen und Unternehmen gewinnen in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung. Eine effektive und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft bietet ein gewaltiges Potenzial für alle Beteiligten.

Die notwendigen Veränderungen von Schule und Unterricht können nur mit der Unterstützung und durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten erfolgreich auf den Weg gebracht werden:
Neben Lehrer/-innen, Schüler/-innen und Eltern sind insbesondere auch Vertreter der Wirtschaft aufgerufen, ihre gesellschaftliche Verantwortung aktiv zu übernehmen.
Bei KURS 21 gewinnen alle Beteiligten. Schüler-/innen sind frühzeitig „on the job” und formen ein Stück Zukunft. Sie erhalten so die Chance, ihre Fähigkeiten und Neigungen zu erkennen und zu erproben, damit sie ihre beruflichen Ziele besser einzuschätzen. Die Schüler/-innen nehmen wertschätzend wahr, dass sie als Gesprächspartner von den Unternehmensvertretern ernst genommen werden und viele Informationen von der Unternehmensführung erhalten. So reifen Persönlichkeiten.
Die Lehrkräfte erfahren bei den gemeinsamen Projekten mehr über die Anforderungen der Wirtschaft an Ausbildungsgsplatzbewerber und haben dadurch eine bessere Grundlage, um den Unterricht noch zielgerichteter zu gestalten. In der Praxis heißt das, über den Tellerrand hinaus zu schauen, Zusammenhänge von Produktionsabläufen und Dienstleistungen zu erkennen, Abhängigkeiten und Auswirkungen von Materialien und Techniken zu sehen und zu lernen, diese zu analysieren und zu hinterfragen. Sie profitieren von kritischen Fragen und innovativen Ideen des Nachwuchses.
Gleichzeitig knüpfen sie Kontakte zu potentiellen Auszubildenden. Lehrkräfte gewinnen zusätzliche Möglichkeiten für einen offenen und praxisnahen Unterricht.

Neben einer Reihe wichtiger Faktoren in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Unternehmen ist insbesondere zu beachten, dass Unternehmen keine Bildungseinrichtungen sind: als schulischer Lernort sind sie weder vorbereitet noch eingerichtet. Folglich ist die Zusammenarbeit wesentlich von außerschulischen – sprich betrieblichen – Bedingungsfaktoren abhängig. Um Projekte zwischen Schulen und Unternehmen durchführen zu können, ist ein Verständnis für die Arbeit in Schule und für die Arbeit im Unternehmen auf beiden Seiten notwendig. Dieses Kennenlernen und Verstehen der Arbeit innerhalb der beiden so unterschiedlichen Systeme lässt die Kommunikation zwischen Schul- und Unternehmensvertretern zu einem „kurzen Draht“ werden. Die Schüler/-innen nach ihrer ‚Arbeit‘ im Unternehmen und die Unternehmensmitarbeiter/-innen nach ihrer ‚Arbeit‘ in Schulen werden die jeweils andere Seite verständnisvoller sehen. Deshalb setzt die Kooperation Schule-Unternehmen einen Kommunikations- und Verständigungsprozess voraus, der die wechselseitigen Erwartungen offen legt und abstimmungsfähig macht. Dies schafft Rahmenbedingungen, die auf Planbarkeit und Verlässlichkeit in beiden Systemen setzen.
Unternehmensvertreter und Schulvertreter werden im Rahmen des Vereins KURS 21 e. V. auch in den nächsten Jahren weiter innovativ zusammenarbeiten. Vor diesem Hintergrund bietet der vorliegende Leitfaden eine wichtige Unterstützungsfunktion bei dem Aufbau von Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen auch in anderen Regionen.